Johannes Jung
 

Liebe Bürgerinnen und Bürger, liebe Leser dieser Seiten!

hier mein persönlicher Rückblick auf die Wahl zum 17. Deutschen Bundestag am 27. September: Mit solch einem katastrophalen Ergebnis für die SPD insgesamt hatte ich nicht gerechnet, weniger als 25 Prozent bundesweit hatte ich nicht erwartet.

Für mich persönlich gab es drei Möglichkeiten:
1. Es läuft bundesweit gut, dann habe ich angesichts des Karlsruher Ergebnisses von 2005 Chancen auf das Direktmandat.
2. Es läuft bundesweit schlecht, dann kann mein Listenplatz knapp werden.
3. Es läuft bundesweit ganz schlecht, dann bin nicht nur ich draußen.

Nun haben wir ein Drittel unserer Wähler und Mandate verloren und sind bei Variante drei gelandet. Hauptproblem der SPD sind enttäuschte Sympathisanten, die nicht mehr zur Wahl gehen. Ein weiteres Problem ist, dass wir die postmodernen städtischen Milieus nur schwer erreichen. In beiden Fällen muss die SPD zukünftig Inhalte, Strategie und Personal klüger platzieren, denn diese Menschen sind für die Werte der Sozialdemokratie durchaus empfänglich. Die Probleme meiner Partei liegen tiefer als die Wirkung einer Wahlkampagne reichen kann.

Ganz sicher hat es die SPD im Bund versäumt, das Thema Bildung offensiv zu fahren. In Karlsruhe habe ich das mit den Parolen "Weil Familie und Beruf mehr Kitas brauchen - deshalb SPD" und "Weil Bildung klassenlos sein muss - deshalb SPD" sowie verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen versucht. Bildung war das Thema Nummer eins im Straßenwahlkampf. Allerdings haben Sie als einzelner Abgeordneter bei einem bundesweiten Sog von minus zwölf Prozent keine Chance, sich dem wirksam
entgegenzustellen.

Persönlich habe ich gerade mit der Abwicklung meiner Büros begonnen und werde mich dann bald beruflich neu orientieren. Politisch bleibe ich als SPD-Kreisvorsitzender "im Geschäft" und werde meinen Einfluss auf Landes- und Bundesebene im Sinne einer Erneuerung der Sozialdemokratie nutzen. Internationale Politik wird weiterhin und wie bereits vor meiner Zeit als Abgeordneter mein Hauptthema sein.

Allen, die mich in den letzten vier Jahren und besonders in diesem Wahlkampf unterstützt haben, danke ich von Herzen. Unsere Chancen werden nach vier Jahren schwarz-gelb gewiss wieder größer sein, bleiben Sie uns also gewogen. Dieses Land braucht engagierte und überzeugte soziale Demokraten.

Mit besten Grüßen

Johannes Jung                                                                   
Ihr gewählter Bundestagsabgeordneter für Karlsruhe in der 16. Wahlperiode                  

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