Andrea Nahles MdB, stv. SPD-Parteivorsitzende, und Johannes Jung MdB im Kreativpark Ost

SPD-Vertreter besichtigen Kreativpark Ost: „Kultur ist Lebensmittel“

03.08.2009 - Es ist ein Ort wie es ihn in Karlsruhe bislang noch nicht gibt. Der Kreativpark Ost, maßgeblicher Bestandteil der Karlsruher Bewerbungsmappe „Kulturhauptstadt Europas“ im Jahr 2004 – und sichtbarer Leuchtturm innovativer Kulturpolitik nimmt allmählich Form an: davon machten sich am vergangenen Freitag (31. Juli) Karlsruher SPD-Vertreter zusammen mit Andrea Nahles MdB, der stellvertretenden SPD-Parteivorsitzenden, gemeinsam ein Bild. Eingeladen hatte, in Zusammenarbeit mit Verantwortlichen des Karlsruher „Tollhaus“, Britta Velhagen und Bernd Belschner, der Karlsruher Bundestagsabgeordnete und SPD-Kreisvorsitzende Johannes Jung.

Fotos dazu: Facebook Johannes Jung

Es ist ein Ort wie es ihn in Karlsruhe bislang noch
nicht gibt. Der Kreativpark Ost, maßgeblicher Bestandteil der Karlsruher
Bewerbungsmappe „Kulturhauptstadt Europas“ im Jahr 2004 – und sichtbarer
Leuchtturm innovativer Kulturpolitik nimmt allmählich Form an: davon
machten sich am vergangenen Freitag (31. Juli) Karlsruher SPD-Vertreter
zusammen mit Andrea Nahles MdB, der stellvertretenden
SPD-Parteivorsitzenden, gemeinsam ein Bild. Eingeladen hatte, in
Zusammenarbeit mit Verantwortlichen des Karlsruher „Tollhaus“, Britta
Velhagen und Bernd Belschner, der Karlsruher Bundestagsabgeordnete und
SPD-Kreisvorsitzende Johannes Jung.

Tollhaus, Substage und Jazz-Club sind die Vorzeigeeinrichtungen, um die
herum in historischen und neu erbauten Gebäuden sich ein buntes Szenario
einrichten wird. „Kulturnahes Gewerbe“ ist das Stichwort, das längst
auch von der Stadt Karlsruhe Unterstützung erfährt: der Filmemacher, der
Steinmetz, der Kunsttischler, das Sound- oder das Tanzstudio sind
angesagt. 2006 wurden die Pläne zum Umbau des Geländes erstmals
präsentiert: inzwischen sind einige Kulturtreibende auf dem Gelände
schon eingezogen – mit Unterstützung der Stadt etwa wird die ehemalige
Schlachthalle auf dem Areal umgebaut für das „Substage“, das künftig
eher in die Höhe, als in den Untergrund streben wird.

Andrea Nahles, Mitglied des Kompetenzteams von SPD-Kanzlerkandidat
Frank-Walter Steinmeier unterhielt sich bei einem Rundgang einige Zeit
mit der Künstlerin Antje Bessau: sie hat einen Steinmetzbetrieb auf dem
Areal, restauriert Grab- und Steinplatten. Von Gérald Rouvinez-Heymel,
Geschäftsführer des „Substage“ ließ sie sich den Baufortschritt des
neuen Musiktempels erklären. Auch einige Filmwerkstätten wurden besucht.

Anschließend nahm sich die 39-jährige, die auch Sprecherin der
Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales der SPD-Bundestagsfraktion ist und von
1995 bis 1999 Bundesvorsitzende der Jung-Sozialisten (Jusos) war, nach
dem Rundgang auf dem Gelände noch eine knappe Stunde Zeit, um mit rund
30 Journalistinnen und Journalisten sowie Kulturschaffenden aus
Karlsruhe und Stuttgart zu diskutieren. „Der Kreativpark Ostaue als
Motor für gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel“ – so hatte der
SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Jung zuvor die Einladung überschrieben.

Einig war sich Nahles mit den Diskussionsteilnehmern darin, dass die
Wertigkeit von Arbeit in Deutschland sehr unterschiedlich eingestuft
werde. Die Künstler würden dabei „oft sehr weit unten“ rangieren: 10.000
Euro betrage bei diesen das Durchschnittseinkommen im Jahr, gegenüber
23.000 Euro bei den übrigen Arbeitnehmern oder Selbständigen. Nahles
erinnerte daran, dass sie sich mehrfach für den Erhalt der
Künstlersozialversicherung eingesetzt habe, welche den Künstlern
zumindest soziale Absicherung biete. Dem SPD-Bundesvorstandsmitglied, im
„Schattenkabinett“ von Steinmeier für Bildung und Integration
vorgesehen, schwebt zudem „ein Pakt für die Kreativwirtschaft“ vor.

Die SPD wolle Kultur als Staatsziel im Grundgesetz verankern. Für
Johannes Jung ist Kultur gar „ein Lebensmittel“, und sah darin Einigkeit
mit der bei der Diskussion anwesenden Pressesprecherin der Karlsruher
Musikhochschule. Nahles benannte bei der Diskussion „die
Kreativwirtschaft nach der Automobilwirtschaft als den zweitwichtigsten
Wirtschaftsfaktor“. Was die weitere Entwicklung des Kreativparks Ost
angehe, wurden aber auch einige kritische Stimmen deutlich: es fehle ein
durchsetzungsfähiger Kopf bei der städtischen Tochtergesellschaft, der
Karlsruher Fächer GmbH, meinte eine Diskussionsteilnehmerin.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Jung machte zudem auf
Diskussionen mit Britta Velhagen und Bernd Belschner aufmerksam: „Bei
den Vorgesprächen zum Besuch vom Freitag haben wir darüber gesprochen,
welche Firmen hierher passen. Eine Bank sei uns nicht so recht, hieß es.
Die Arbeiterbewegung schuf damals die Bank für Gemeinwirtschaft.
Vielleicht brauchen wir heute eine Bank für Kreativwirtschaft - die
passt dann genau hierher.“

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Hintergrund: Die Idee des Kreativparks Ostaue wurde im Zuge der
Bewerbung Karlsruhes um die Kulturhauptstadt Europas 2010 entwickelt.
Der „Kreativpark Ostaue“ war eines von vier Leitprojekten der Bewerbung
Kulturhauptstadt 2010. Erste Ideen dazu gab es bereits Mitte der 1990er.
Damals wurde der Ostauepark nach Ablehnung der Bewerbung um eine weitere
Bundesgartenschau geplant. 2003 bildete sich die Arbeitsgemeinschaft
Kreativpark Ost zur Ideen- und Programmformulierung.

Der Schlachtbetrieb wurde am 27.12.2006 eingestellt. Mit der Aufgabe des
Schlachtbetriebs wurde aber nicht automatisch und sofort das gesamte
Gelände für Neunutzungen verfügbar. Eine Konversion des Geländes konnte
bislang nur schrittweise erfolgen. Neben der Schlachthofgaststätte wurde
die Erweiterung des Tollhauses in die Autolackiererei (mit neuem Foyer)
und der Bereich des ehemaligen Autohauses noch 2007 in Angriff genommen.


Fotos: Jehle



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