Befremden über den Missbrauch von Patientenvertrauen

Johannes Jung wehrt sich gegen Ärzte-Kampagne

05.07.2009 - In dem am 5. Juli 2007 in den BNN veröffentlichten Artikel „Unausgereift und ohne Sachverstand“ kritisieren mich die Ärzte Dr. Emmerich und Dr. Rauscher. Ihr Ziel, so heißt es, „ist eine Podiumsdiskussion mit Johannes Jung“.

Bislang liegt mir von Herrn Dr. Emmerich oder Herrn Dr. Rauscher weder eine Anfrage für eine Podiumsdiskussion vor und noch nicht einmal das Angebot für ein Gespräch. Beide Ärzte haben sich nie persönlich an mich gewandt. Sie erwecken jetzt in der Presse den Eindruck, ich würde meinen Standpunkt nicht öffentlich vertreten und missbrauchen ihre Patientinnen und Patienten, die ihnen vertrauen, für eine inhaltsleere Kampagne. Das ist peinlich und eines Arztes unwürdig.

Was mir vorliegt, sind zahlreiche gleichlautende Faxvordrucke, die Herr Dr. Emmerich seine Patientinnen und Patienten unterschreiben ließ. Die Art, wie in diesen Schreiben und mit einem „Steckbrief“ in der Praxis von Herrn Dr. Emmerich gegen meine Person gehetzt und die Patientinnen und Patienten benutzt werden, um die Interessen eines Berufsstandes zu vertreten, ist unangemessen, unsachlich und im Tonfall unverschämt. Diese Schreiben setzen sich nicht mit meiner politischen Position auseinander. Sie enthalten Unterstellungen und Drohungen.

In einem Schreiben an Dr. Emmerich vom 4. Juli 2007 habe ich mein Befremden über dieses Vorgehen ausgedrückt, meine Position zur Gesundheitsreform erläutert und eine sachliche Auseinandersetzung gefordert. Des Weiteren habe ich mein Befremden über die Dreistigkeit ausgedrückt, mit der die Patientinnen und Patienten von Herrn Dr. Emmerich unter dem Deckmantel der Patientenfürsorge vor den Karren der persönlichen Interessen von Ärzten gespannt werden. In einem offenen Brief „an alle Kollegen“ schlugen Herr Dr. Emmerich und Herr Dr. Rauscher schon 2005 vor auszunutzen, dass bei den Patientinnen und Patienten „die Bindung zu ihren Ärzten sehr viel größer als zu ihrer Kasse und zu ihrer Partei“ sei. So werden wecken diffuse Ängste geweckt, anstatt zu informieren.

Mein Schreiben an Herrn Dr. Emmerich und einen der Faxvordrucke, die mich aus seiner Praxis erreicht haben, füge ich zur Kenntnis bei.

In einer Serie von Gesprächen mit Vertretern aus allen Bereichen des Gesundheitssystems – Kassen, Kliniken, Ärzteschaft, Patientinnen und Patienten, Apotheker und Pharmaindustrie –, in Briefen, Pressemitteilungen und vor allem bei Veranstaltungen in den vergangenen Monaten habe ich meine Haltung zur Gesundheitsreform regelmäßig öffentlich dargelegt.

In der Berichterstattung der BNN vom 7. Februar 2007 über eine dieser zahlreichen Veranstaltungen heißt es unter dem Titel „Jung bekennt sich zu Schwierigkeiten mit Reformwerk“: „Eine Veranstaltung über das Monstrum „Gesundheitsreform“ zu machen, ist ein mutiges Unterfangen. (…) Der Karlsruher SPD-Abgeordnete Johannes Jung hatte diesen Mut.“

Jeder, der es bisher wissen wollte, hätte erfahren können, warum ich dieser Reform zugestimmt habe. Bei Herrn Dr. Emmerich war dieses Interesse offenbar nicht vorhanden. Anders ist mir seine reichlich verspätete kampagnenmäßige Kritik jetzt nicht erklärlich.



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