Protestaktion von Sozialdemokraten in der Südoststadt

SPD Karlsruhe demonstrierte für Modellschule nach skandinavischem Vorbild

22.09.2009 - Mit einer symbolischen Einschulungsaktion gaben Vertreter der SPD Karlsruhe am Dienstag ihrem Unmut über eine ablehnende Entscheidung des CDU-geführten Kultusministeriums Baden-Württemberg Ausdruck. Mehrfach hatten die zuständigen Gremien des Karlsruher Stadtrats sich für die Einrichtung einer zehnjährigen Modellschule nach skandinavischem Vorbild in der Südoststadt ausgesprochen, welche von der Landesregierung abgelehnt wird. Die Protestaktion fand auf einem noch unbebauten Areal des ehemaligen Bahnbetriebswerks in der Karlsruher Südoststadt, unweit des markanten Wasserturms statt.

Die Landesregierung Baden-Württemberg hatte einem gemeinsamen Antrag der Landtagsfraktionen von SPD und Grünen eine Absage erteilt. Zuvor war der Antrag der Stadt Karlsruhe auf Einrichtung einer Modellschule vom 27. März 2008 dubioser weise über 15 Monate lang vom Regierungspräsidium nicht bearbeitet worden. Diese Modellschule böte genau das, was Karlsruhe brauche. "Wenn diese Modellschule nicht den bildungspolitischen Rahmenvorgaben des Landes entspricht, dann müssen diese offensichtlich falschen Rahmenvorgaben eben geändert werden", so der SPD-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Johannes Jung.

Vor Ort, auf einem noch unbebauten Areal des ehemaligen Bahnbetriebswerks in der Karlsruher Südoststadt, unweit des markanten Wasserturms, trafen sich am Dienstag der ehemalige SPD-Sozialdezernent Harald Denecken, der SPD-Landtagsabgeordnete Johannes Stober, sowie die Stadträtinnen Ute Müllerschön und Yvette Melchien mit dem SPD-Kreisvorsitzenden Johannes Jung und mehreren Karlsruher Jungsozialisten.

Die Sozialdemokraten in Karlsruhe und im Land lässt das Thema nicht los: "Der Antrag ging bisher auch einige Male durch den Gemeinderat und ist dann am Ende doch irgendwo versickert", sagte Karlsruhes ehemaliger Erster Bürgermeister Harald Denecken gegenüber der lokalen Tageszeitung. Vom Vorhaben wollen die Sozialdemokraten dennoch nicht abrücken. "Das Thema ist für uns noch nicht erledigt", betonte vor Ort auch der SPD-Landtagsabgeordnete Johannes Stober. "Es besteht großes Interesse an der Schule", sagte Stober und verwies auf Wünsche aus dem Gesamtelternbeirat.

In Skandinavien werde gezeigt, wie ein erfolgreiches System aussehen muss. "Ein ganzes Team von Lehrern kümmert sich um die Bildung, es gibt Sozialarbeiter und Psychologen an den Schulen und sie werden als Lebensraum begriffen", beschrieb Denecken die Schulen im Norden Europas. Der ehemalige Bürgermeister sprach sich zudem für eine längere gemeinsame Grundschulzeit aus.

Die "skandinavische Schule" entspreche ziemlich genau den bildungspolitischen Vorstellungen der SPD, diese stünden aber in scharfem Kontrast zur traurigen Praxis des Landes Baden-Württemberg. "Die Torpedierung der Modellschule durch das Land werden wir nicht hinnehmen. Deshalb diese Protestaktion in Form einer symbolischen Einschulungsaktion". Momentan würden weder Schwache noch Starke an den Schulen gefördert, meint Johannes Jung.




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